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Menschen bei start – Martha

Heute lernt ihr Martha kennen. Sie ist Lead Product Ownerin IT bei start und Yogalehrerin und sorgt für Innovation und Digitalisierung im Eisenbahnverkehrsunternehmen.

Martha, du hast einen spannenden Werdegang – von IT- und Medienforschung bis zur Lead Product Ownerin IT. Was treibt dich an?

Mich motiviert nicht nur die Frage, wie Digitalisierung technisch funktioniert, sondern vor allem, wie sie Organisationen, Mitarbeitenden und Kund:innen wirklich helfen kann. Besonders reizvoll sind für mich komplexe Umgebungen, in denen Struktur, Menschlichkeit und Innovation zusammenspielen.

Was bedeutet Innovation im Kontext Digitalisierung für dich persönlich?

Digitale Innovation ist für mich kein Selbstzweck. Sie entsteht dort, wo strategische Ziele, Nutzerbedürfnisse und technologische Möglichkeiten sinnvoll zusammenkommen. Ich arbeite konsequent nutzerzentriert und verbinde Innovation immer mit Umsetzbarkeit, Akzeptanz und Wirkung – egal ob in der Produktentwicklung, Prozessdigitalisierung oder Organisationsentwicklung.

Wie erkennst und bewertest du digitale Trends für ein Eisenbahnverkehrsunternehmen?

Ich verbinde strategische Marktbeobachtung mit einem operativen Realitätscheck. Neben Trends analysiere ich regulatorische Rahmenbedingungen, Organisationsreife und bestehende Prozesse. Erfolgreich sind nicht die neuesten Technologien, sondern die, die konkret Probleme lösen und skalierbar sind. Und das übrigens nicht nur im Eisenbahnverkehr…

Wie stellst du sicher, dass digitale Lösungen den Alltag der Nutzer:innen verbessern?

Durch frühe und kontinuierliche Einbindung der Nutzer:innen. Ich arbeite mit Personas, User Journeys, Prototyping und regelmäßigen Feedbackschleifen. Nutzerzentrierung ist für mich kein Buzzword, sondern ein wichtiges und messbares Qualitätskriterium.

Welche Methoden und Tools setzt du besonders gerne ein?

Ich arbeite gerne mit Design Thinking, agilen Methoden wie SCRUM, OKRs, Canvas-Formaten und klaren Governance-Strukturen. Wichtig ist mir, Methoden nicht dogmatisch einzusetzen, sondern immer passend zur Organisation und zu den jeweiligen Teams.

Wie gehst du mit Skepsis gegenüber digitalen Veränderungen um?

Skepsis ist ein ganz normaler Bestandteil von Veränderung. Um ihr zu begegnen, arbeite ich viel mit Transparenz, klarer Kommunikation und Beteiligung. Die Vorteile der Digitalisierung mache ich konkret am Arbeitsalltag sichtbar. Das fördert meiner Erfahrung nach deutlich mehr Akzeptanz als abstraktes Argumentieren.

Wie förderst du digitale Kompetenz und Innovationsfreude im Team?

Ich biete Lernen durch Verantwortung, Coaching und einen sicheren Rahmen zum Ausprobieren. Coaching ist für mich dabei ein zentrales Führungsinstrument. Ich arbeite stärkenorientiert und begleite Menschen gezielt in Veränderungsprozessen – ob als Agile Coach, Führungskraft oder Teamkoordinatorin. Denn Innovation entsteht dort, wo Menschen sich ernst genommen fühlen.

Was war deine größte Herausforderung bisher?

Definitiv die wirksame Umsetzung von Innovations- und Change-Prozessen in etablierten, komplexen Organisationen. Gemeistert habe ich sie durch Haltung, klare Kommunikation, fachliche Tiefe und konsequente Führungsarbeit.

Wie gelingt nachhaltige Wirkung von Innovationen?
Durch klare Verantwortlichkeiten, Standards, Kompetenzaufbau und kulturelle Verankerung. Innovation endet für mich nicht mit dem Go-live, sondern mit nachhaltigem Nutzen für das Unternehmen und die Menschen.

Was motiviert dich persönlich?

Mich motiviert es, Verantwortung zu übernehmen, Menschen mitzunehmen und Zukunft aktiv zu gestalten. Besonders spannend finde ich die Verbindung von Struktur, Menschlichkeit und Innovation – gerade im Mobilitätssektor.

Wie hilft dir Yoga in deinem Berufsalltag und hast du als Yogalehrerin einen Tipp für uns?

Yoga hilft mir im Berufsalltag, weil es mich immer wieder in Präsenz, Klarheit und Gelassenheit zurückholt – genau das, was man in Zeiten von Change und Transformation ständig braucht.
Mein Tipp: Schafft euch kurze „Reset-Momente“, z. B. drei bewusste Atemzüge oder eine Mini-Dehnung am Arbeitsplatz. Kleine Pausen mit großer Wirkung – sie helfen, flexibel zu bleiben, gerade wenn sich außen alles verändert.

Martha zeigt: Innovation und Digitalisierung sind mehr als Technik – sie sind Teamarbeit, Haltung und kontinuierliche Entwicklung. Ihre Erfahrung bei start macht Mut und Lust, die Mobilitätswende aktiv und gemeinsam zu gestalten. Om

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Fortschritt auf Rädern: Unser mobiler Simulator ist da!

Fünf Monate Planung, Tüftelei und Teamwork mit unseren Partnern GS-Mobile, Borco Höhns und Zusi Bahnsimulatoren jetzt ist es endlich soweit: Unser eigener mobiler Simulator ist startklar. Ab sofort können wir direkt an allen Dienststellen Trainings, Prüfungen und Ausbildungen für unsere Triebfahrzeugführer:innen anbieten. Flexibel, unkompliziert und immer dann, wenn es gebraucht wird.

Das Besondere: Unser Simulator ist kein Anhänger, sondern ein speziell für uns gebautes Fahrzeug, das genau auf unsere Anforderungen zugeschnitten ist. Die TÜV-Abnahme lief schon mit eingebautem Simulator. Das heißt für uns: Kein nerviges Auf- und Abbauen mehr, keine Kompromisse bei der Ausstattung. Im Gegensatz zu anderen Lösungen bleibt unser Simulator dauerhaft einsatzbereit und bietet eine praxisnahe Trainingsumgebung, die sich anfühlt wie im echten Führerstand.

Mit dem neuen Fahrzeug können wir unsere Schulungen und Prüfungen noch schneller und flexibler gestalten. Alles ist so realitätsnah wie möglich – vom originalgetreuen Führerstand bis zu den Abläufen in unseren Netzen. Das macht die Ausbildung bei uns nicht nur effizienter, sondern auch spannender.

Mit dieser Investition setzen wir ein Zeichen für moderne Aus- und Weiterbildung im Regionalverkehr und machen einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltige Mobilitätswende. Wir sind überzeugt: So macht Lernen auf der Schiene richtig Spaß!

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Menschen bei start – Jasmin

Heute geben wir das Wort an Jasmin, der seine ganz persönliche start Geschichte mit euch teilt. Denn am besten erzählen die Menschen selbst, was sie bei uns erleben, was sie antreibt. Und wie sie wachsen. Bühne frei für Jasmin:

Vom Werkstudent zum IT Experten: mein Weg bei start

Als ich mein Pflichtpraktikum suchte, hatte ich keine bestimmte Branche im Kopf. start ist mir aufgefallen: jung, andere Strukturen, flache Hierarchien. Im Bewerbungsgespräch lief nicht alles glatt – meine Antwort zum Unternehmen war daneben. Trotzdem bekam ich die Chance. Heute weiß ich: Genau diese Offenheit macht start aus.

Vom ersten Tag an bekam ich Verantwortung. Während andere noch ihren Arbeitsplatz einrichteten, war ich schon dabei, Hardware für neue Kolleg:innen bereitzustellen. On- und Offboarding, Programmieren von Tools für HR-Communities, Systemadministration – ich durfte von Anfang an gestalten.

Ein prägendes Erlebnis? Das Ninox-Projekt. Zum ersten Mal agiles Projektmanagement live: Deadlines, wechselnde Anforderungen, echte Teamarbeit. Die Entwicklung dieser Mitarbeiter:innen- und Vertragsdatenbank hat mich fachlich und menschlich wachsen lassen. Was mich besonders beeindruckt: Bei start begegnen wir uns auf Augenhöhe. Die IT-Community steht immer für Fragen bereit, Führungskräfte unterstützen aktiv.

Der Wechsel in die Festanstellung war fast logisch: Das Arbeitsumfeld hat mich überzeugt. Hier zählt Zusammenarbeit wirklich, Lösungsorientierung wird gelebt und Vertrauen ist keine Floskel. Als IT-Experte habe ich jetzt noch mehr Verantwortung und gestalte die digitale Zukunft des SPNV aktiv mit.

Mein Weg von Bosnien nach Deutschland war nicht immer einfach. Studienkolleg, neues Netzwerk, Sprache – ich weiß, wie wichtig Unterstützung und Integration sind. Bei start kann ich meine Erfahrungen einbringen und weitergeben.

Mein Fazit: Wer Lust auf Verantwortung, Teamwork und echten Wandel im Nahverkehr hat, ist bei start genau richtig. 🚀

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Menschen bei start – Michelle

„DIE BESTE ENTSCHEIDUNG MEINES LEBENS“

Schon Konfuzius sagte: „wer ständig glücklich sein möchte, muss sich oft verändern“. Michelle hat bei start eine Umschulung zur Lokführerin absolviert und ist über ihre berufliche Veränderung sehr glücklich. So glücklich, dass sie sogar ihren Partner und ehemalige Kolleg:innen bereits davon überzeugt hat…

Wie kam es zu deinem Wechsel vom Blumenladen in den Führerstand?

Meine Ausbildung habe ich damals als Floristin absolviert. Doch das war nicht das Wahre für mich. Ich wollte mehr Verantwortung und einen sicheren Job. Nach sieben Jahren im Hotel- und Gaststättengewerbe habe ich mit meinem Partner beschlossen, eine Umschulung zu machen. Ich wollte nicht mit 35 immer noch Kaffee verkaufen. Über Facebook habe ich dann die Anzeige von start gesehen und dachte: „Lokführerin klingt cool, das mache ich!“

Aber die Umschulung war sicher nicht leicht, oder?

Die Umschulung war herausfordernd, besonders die technischen Aspekte. Aber das Fahren selbst ist unglaublich befriedigend. Ich habe mich darauf gefreut, endlich allein zu fahren. Viele haben gesagt, sie waren nervös am ersten Tag, aber ich war einfach nur glücklich.

Was genau macht dich an diesem Beruf so glücklich?

Ich liebe es, die Kontrolle über die Maschine zu haben, diese Freiheit und Verantwortung. Es ist beeindruckend, die 75 Meter Zug mit 100 Fahrgästen zu steuern. Zudem genieße ich es, allein zu sein, meinen eigenen Rhythmus zu haben.

Gibt es ein besonderes Erlebnis während deiner Umschulung, das dir in Erinnerung geblieben ist?

Während meiner Ausbildung durfte ich bei einem Notfall dabei sein. Das war zwar erschreckend, aber auch unglaublich lehrreich. Mein Trainer hat mich mehrmals gefragt, ob ich da wirklich mitkommen will, aber ich wollte unbedingt wissen, wie so etwas abläuft, um vorbereitet zu sein. Auch wenn der Anlass traurig war, war es wichtig, das einmal erlebt zu haben.

Was würdest du rückblickend sagen?

Wenn man etwas wirklich will, schafft man es auch. Die Umschulung war das Beste, was mir passieren konnte, und ich bin froh, dass start mir diese Chance gegeben hat und ich den Schritt gewagt habe. Es ist nie zu spät, einen neuen Weg einzuschlagen. Ich habe jetzt einen sicheren Job und keine Unsicherheiten mehr, wie es während der Corona-Zeit der Fall war.

Apropos neue Wege einschlagen, das machst du ja auch privat gerne, richtig?

Ja, mein Partner und ich reisen viel, wann immer wir Urlaub haben. Diese Zeit ist mir sehr wichtig, um die Welt zu sehen und um die Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu halten.

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Menschen bei start – Lukas

Lukas der Lokomotivführer

Wer kennt ihn nicht, den Helden aus der Kindergeschichte von Michael Ende mit seiner Emma. Aber es gibt nicht nur den einen Lukas, den Lokomotivführer. Wir haben in unseren Netzen gleich fünf davon. Und einer hat ganz frisch seine Ausbildung absolviert, bei uns im Norden, wo wir noch mit richtigen Loks fahren.

Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung, Lukas! Wie bist du auf die Idee gekommen, eine Ausbildung als Lokführer zu machen? Hatte das etwas mit deinem Namen zu tun?

Nein, gar nicht, aber das ist tatsächlich eine gute Frage. In der Schule habe ich mich gefragt, ob ich wirklich studieren möchte. Ich wollte arbeiten und mein eigenes Geld verdienen. Die Bundeswehr hat mich für ein Studium abgelehnt, und ich wollte nicht in eine niedrigere Laufbahn gedrängt werden. Da kam die Bahn ins Spiel. Ich wollte mein eigener Chef sein, und die Abwechslung im Job als Lokführer hat mich begeistert. Ich bin jeden Tag mit der Bahn zur Schule gependelt und dachte mir: „Wenn du Auto fahren kannst, kannst du auch einen Zug fahren.“ So kam ich zur Bahn.

Wie lief der Start in deine Ausbildung?

Zuerst habe ich mich bei der Deutschen Bahn beworben, auch bei der S-Bahn Hamburg, wo ich die medizinische und psychologische Tauglichkeitsuntersuchung gemacht habe. Aber dann hat mein Onkel mich auf start hingewiesen, weil ich in meiner Heimat Cuxhaven bleiben wollte. Bei der Gelegenheit hat er mir übrigens auch erzählt, dass er früher auch immer zur Bahn wollte, was ich bis dahin gar nicht wusste. Ich bin jedenfalls top zufrieden, dass ich die Ausbildung hier gemacht habe. Es war genau die richtige Entscheidung.

Gibt es etwas, das dich während deiner Ausbildung besonders beeindruckt hat?

Ein Highlight war definitiv unsere Reise nach Frankfurt in die Zentrale. Wir durften dort mit dem Management sprechen und die Strecken im Taunusnetz erkunden. Das war etwas Besonderes, weil wir solche Ausflüge nicht oft machen. Auch das Rangieren und die Arbeit im Hafen haben mir viel Spaß gemacht. Es war toll, die Praxis hautnah zu erleben und wirklich Teil des Teams zu sein.

Würdest du start als Ausbildungsbetrieb und Arbeitgeber empfehlen?

Auf jeden Fall! start fühlt sich persönlicher und einladender an. Fehler werden besprochen und wir lernen daraus. Die Arbeit als Lokführer ist in einem sicherheitsrelevanten Bereich, aber man wird nicht bei jedem kleinen Fehler rausgeworfen. Das schätze ich sehr. Das Teamgefühl ist stark, und neue Kolleg:innen  werden sofort integriert. Das macht start zu einem großartigen Arbeitsplatz, besonders für Einsteiger:innen. Fahren und Praxis kommen auch nicht zu kurz. Was man so von anderen Azubis hört, die teilweise Probleme haben, ihre 40 Fahrten voll zu bekommen, das passiert bei start nicht. Gut fand ich auch, dass wir zusätzliche Seminare bei DB-Training machen konnten, wo wir Kolleg:innen vom Fernverkehr und von der S-Bahn kennenlernen und uns so ein hilfreiches Netzwerk aufbauen konnten.

Was sind die größten Herausforderungen in deinem Job?

Viele denken, es sei total einfach, einen Zug von A nach B zu fahren, man muss ja nur paar Knöppe drücken. Aber das Schwierigste ist, den Zug bei jeder Witterung und betrieblichen Besonderheit genau dort zum Stehen zu bringen, wo er hinsoll, und das sanft und fahrgastfreundlich. Es gibt viele Vorschriften, die man auswendig lernen muss, und man muss auch bei Störungen wie z.B. Weichenstörungen schnell reagieren können.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Erst mal will ich noch mehr Fahrpraxis bekommen. Ich könnte mir vorstellen, auch mal in anderen Regionen zu arbeiten, um mich weiterzubilden. Ein Austauschprogramm innerhalb der start Netze wäre zum Beispiel super. Ich bin heimatverbunden, aber berufliche Weiterentwicklung ist mir wichtig.
Mein Wirtschafts-Fachabitur habe ich in der Tasche und jetzt habe ich noch den technischen Teil, der mich sehr begeistert, dazu bekommen. Vielleicht lässt sich das später mal gut beruflich kombinieren.

Was würdest du jemandem raten, der eine Aus- oder Weiterbildung als Lokführer:in in Betracht zieht?

Macht es auf jeden Fall! Vertraut den Ausbilder:innen und lasst euch überraschen, was noch alles kommt. Die Ausbildung bei start bietet viele Möglichkeiten und Herausforderungen, die einen wachsen lassen.

Wow, es ist echt schön zu hören, wie zufrieden und engagiert du bist. Und das auch abseits der Schiene, richtig?

Ja, ich bin im Schützenverein aktiv. Letztes Jahr war ich sogar Schützenkönig. Ich gehe auch gerne auf Festivals und bin mit Freunden unterwegs. Und ich koche gerne. Es ist wichtig, einen Ausgleich zur Arbeit zu finden und einfach mal abzuschalten.

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Menschen bei start – Andreas

„Veränderungen tun manchmal weh“ – Geschäftsführer bei start

Andreas ist neu bei start – als Geschäftsführer und zuständig für den Bereich Finanzen und Controlling

Herzlich willkommen und wir freuen uns über deinen Umstieg von der DB zu start  

Vielen Dank und ich bin gerne hier, diese Veränderung war mir eine Freude. Mit der DB hat übrigens aber nicht alles angefangen, außer einer Modelleisenbahn als Kind und meiner Eigenschaft als Bahnfahrer hatte ich lange keine tiefere und schon gar keine berufliche Verbindung mit Zügen. Meine Profession im Bereich Finanzen, Controlling und der Umgang mit Veränderungen ist ja als generische Kompetenz vielseitig anwendbar und so war ich auch unterwegs. Es war eher Zufall, dass ich 2001 zur Deutschen Bahn kam, aber da bin ich dann – auch ganz im positiven Sinne – hängen geblieben.  

Von der DB Regio über die S-Bahn Rhein-Main zu start, der DB Regio-Tochter

Genau. So richtig eingestiegen bin nach einem kurzen Zwischenstopp über die DB Imm 2002 bei der DB Regio – der Muttergesellschaft von start, womit sich mein Kreis wieder schließt. Mein Einstieg in den Regionalverkehr war zunächst etwas ruckelig, da ich plötzlich von vielen supertechnikaffinen Kolleg:innen umgeben war. Aber das löste sich schnell, da ich auch alsbald alle möglichen Zugtypen benennen und beschreiben konnte. Im Laufe der Jahre hatte ich dann für mein Empfinden zu wenig mit dem operativen Geschäft im Regionalverkehr, sondern viel mehr mit Grundsatzthemen und übergreifenden Themen in zentraler Funktion, zu tun. Für eine diesbezügliche Veränderung bot sich mir dann die Chance 2017 bei der S-Bahn Rhein-Main.

Wie sah das konkret aus?

In meiner dortigen operativen Führungsposition war ich direkt in ganz konkrete Projekte involviert und der Grad der Verantwortung für die Ergebnisse war herausfordernd, der Druck groß, es hat aber eben auch viel Spaß gemacht. Beispielsweise ging es darum, im Bereich Reisendenlenkung und Sicherheit die bestehenden Dienstleister zu evaluieren und die neuen vor Ort zu validieren. Das habe ich nicht delegiert, sondern meinem eigenen Erleben Vorrang gegeben und das tue ich auch heute noch – ich sehe mir gern an, worum es geht, um wohlüberlegte und abgewogene Entscheidungen zu treffen.

Und was ist sonst noch so dein Steckenpferd?

Im Kleinen das Verkehrsvertragsmanagement, also die finanzielle Seite, auch das Nachtragsmanagement. Den Kontakt mit dem Besteller mag ich daran besonders und natürlich, wenn es gelingt, sich beitragspositiv zu einigen. Hier sind die Vertragsbedingungen entscheidend und da gilt es, genau hinzusehen und – eben wieder – sich auch mit den Kolleg:innen und bei Bedarf vor Ort ein eigenes Bild zu machen. Im großen Rahmen liegt mir Organisationsentwicklung bzw. Umgang mit Veränderungen besonders am Herzen und hier ist ganz klar zu konstatieren, dass Veränderungen durchaus manchmal weh tun. Es gibt mitunter individuelle Vorbehalte gegenüber Veränderungen im allgemeinen sowie konkrete Ängste, wie bspw. gegenüber der fortschreitenden Digitalisierung. Und auch start befindet sich aktuell in einem Wandel: Stark gewachsen, müssen Prozesse evaluiert und ggf. angepasst werden – wie bei jedem anderen Unternehmen auch. Im Dezember dieses Jahres übernehmen wir das vierte SPNV-Netz, was zudem sehr groß ist, 2026 das fünfte – da ist was passiert und da passiert was. Und das Geschäft um den SPNV ist hochvolatil, allein das Deutschlandticket hat große Veränderungen mit sich gebracht. Aber es ist schön zu erleben, dass unsere start-Kultur offen für diese Veränderungen ist und wir gemeinsam strukturell und ernsthaft an den Herausforderungen arbeiten können.

Und du bist mittendrin dabei und das ganz vorn, wie kam es zu deiner Entscheidung?

Ich habe die Chance, die mir geboten wurde, gerne genutzt: Ich wurde angefragt und habe keine Sekunde gezögert. Vor allem über Alexander, einem der Geschäftsführer von start, hatte ich von der Philosophie und der STARTokratie schon Einiges gehört und vor allem die Freiheiten bezüglich der Anbieterwahl am Markt, ohne Kontrahierungszwang der DB, begeistert mich natürlich, denn das bedeutet Freiheit und Verantwortung, wie ich es mag. Kurzum: Die Veränderung, die Herausforderung nehme ich gerne an.

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Menschen bei start – Markus

„Öfter mal was Herauforderndes“ – Leiter Start Mitteldeutschland

Markus ist Bahner und das seit 32 Jahren und seit 1. März bei Start Mitteldeutschland am Start.

Du hattest lange bei der DB deinen Platz…

Und keinen schlechten und sogar viele verschiedene. Angefangen habe ich im Führerstand, 1992 über die Laufbahnausbildung zum Lokführer. Nach meiner Berufsausbildung gab ein Bahnhofsfest, bei dem neue Interregio-Züge vorgestellt wurden, den Anstoß und so bin ich bei der Bundesbahn gelandet. Als sich 1998 die DB in ihre Sparten aufteilte, wanderte ich ab, in die Betriebsplanung bei der DB Regio und war in unterschiedlichen Planungsbüros als Koordinator tätig. 2005 kam ich dann zu den Regio-Netzen, zum Thema Infrastruktur/Verkehr…

Und auch da hast du dich bereits um ein einzelnes Netz gekümmert

Korrekt. Um das Regio-Netz Westfrankenbahn. Hier habe ich den gesamten Aufbau aus einer Hand mit vorangetrieben und das sehr erfolgreich einige Jahre lang mit großer Tatkraft und Freude.

Doch dann bist du spontan gealtert

So kann man das auch ausdrücken. Aber zum Glück nicht ich, nur die Bahnen waren alt, bzw. historisch. Das war noch immer bei den Regio-Netzen, thematisch im Charterverkehr, als Leiter für den Bereich “Nostalgiereisen/ TEE Rheingold“. Mein Werdegang war nie langweilig und meine neuen Optionen immer spannend. Hand in Hand mit meinem Vorgesetzen zog ich meine Bahnen, um im Bild zu bleiben.

Und wie kamst du dann von den Bahnen der DB zum Netz von start?

Auch wieder per Gelegenheit. Da start eine 100%ige Tochter der DB Regio ist, besteht ein reger Austausch beider Unternehmen und so habe ich im Rahmen eines Projektes zwischen einer Leitstelle von DB Regio und Start Taunus einen eigenen Einblick in das Unternehmen start nehmen können. Und was ich gesehen habe, hat mir gut gefallen – die Mentalität und Philosophie und vor allem der Gestaltungsspielraum. Der hat mir bei meinen vorherigen Stationen manches Mal doch ein wenig gefehlt, aber der Drang danach entspricht eben einfach sehr meinem Charakter – wie ich am lebenden Objekt dann konkret bemerkte.

Wie meinst du das?

Ich mag Bewegung, Entwicklung und auch Unbekanntes, habe ein gutes Gespür für Fehlerpotenziale, Politik, Zusammenhänge im Kleinen und im Großen.  Und eben dann auch den Wunsch, da ganz direkt wirksam zu werden, selbst entscheiden und agieren zu können – mit aller verbundener Verantwortung, versteht sich. Und als ich dann die Stelle als Leiter Start Mitteldeutschland angeboten bekam, habe ich zugegriffen. Hier kann – und muss – ich vollumfänglich und -verantwortlich Hand anlegen und Strukturen aufbauen, Weichen stellen und auf Änderungen effektiv reagieren. Was mich bei start direkt begeistert hat und anhaltend guter Dinge sein lässt, ist das unglaublich gute und hochmotivierte Team. Alle versuchen stets das Beste, leisten durchgängig gute Arbeit, wirken zusammen für unser Ergebnis, entlang der klaren Erwartungen – und das alles immer transparent. Ich bin froh und stolz, so tolle Kolleg:innen im Netz Mitteldeutschland zu haben. Gemeinsam kriegen wir das gewuppt, da bin ich mir sicher. Die Abstimmung mit und Unterstützung seitens der Zentrale in Frankfurt ist ebenfalls ungebrochen und beeindruckt mich. Wir haben definierte Projektabstimmungen, das übergreifende Inbetriebnahme-Projektmanagement läuft lean und sehr professionell und die Zusammenarbeit der Personalen aus dem Netz mit den entsprechenden Communities in der Zentrale ebenso.  

 Gibt’s noch einen kleinen Einblick in das aktuelle Geschehen bei Start Mitteldeutschland?  

Nach meinen nunmehr drei aktiven Wochen habe ich auf jeden Fall schon einen guten Überblick gewonnen. Aktuell befinden wir uns vor allem in den Abstimmungen mit dem Aufgabenträger NASA sowie den Verkehrsverbünden und dem Altbetreiber, um zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2024 alles gut auf die Schiene zu bekommen. Intern bereiten wir mit allen Kräften die Betriebsaufnahme sowie den Personalübergang bzw. die Quereinstiegsausbildungen voran. Die noch freien Stellen im Overhead besetzen wir nach und nach und das mit ausgewiesenen Fachkräften. Dass wir nun doch eine eigene Leitstelle aufbauen, war initial nicht angedacht und ist natürlich eine weitere Herausforderung. Aber, wie ich schon sagte, mag ich die Beackerung brachen Bodens bzw. habe mit nötigem Umpflügen keine Berührungsängste und so wird auch das gut gelingen. Auch hier sind wir schon in konkreten Einstellungen begriffen. Und genau dem Thema muss ich mich nun auch weiter widmen…

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Flottenbeschaffung für den Maas-Wupper-Express

20 neue Triebzüge des Typs Flirt 3 XL von Stadler Rail werden für den Maas-Wupper-Express von start zum Einsatz kommen. Vier Rohbau-Wagenkästen sind inzwischen fertig, aus denen nun der erste Vorserienzug entsteht.

Für den Maas-Wupper-Express, der ab Dezember 2026 Hamm in Westfalen mit Eindhoven in den Niederlanden verbindet, beschafft start im Auftrag des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) 20 neue Elektrotriebzüge. Das ist eine Premiere, denn bislang werden ausschließlich bereits existierende oder unmittelbar vom Aufgabenträger eingekaufte Flotten genutzt. Mit der Rohbaufertigung der Wagenkästen für den Vorserienzug hat der anspruchsvolle Beschaffungsprozess in diesem Frühjahr den ersten Meilenstein erreicht. Im ungarischen Szolnok begleitetet Florian vom start Flottenmanagement die Erstmusterprüfung der Rohbau-Wagenkästen. „Endlich wieder Werkstattluft schnuppern“, freut sich der Ingenieur, bei dem die Fäden des Projektes zusammenlaufen.

Flottenbeschaffungen für den Personenverkehr stellen immer eine Herausforderung dar und die Investitionssummen sind hoch. Die Konfiguration soll für den Einsatzzweck exakt passen und die Züge müssen im definierte Zeitfenster zur Verfügung stehen, damit der Betriebsstart wie vorgesehen gelingt. Für den Maas-Wupper-Express hat der Prozess bereits mit den Vorgaben der Verkehrsausschreibung begonnen. Darin legte der federführende Verkehrsverbund Rhein-Ruhr Kriterien und Qualitätsvorgaben für die neuen Züge fest. Bei Angebotsabgabe schlug start dann den extralangen Flirt 3 XL von Stadler Rail als das am besten geeignete Fahrzeug vor und legte auch schon ein Designkonzept vor. Was darin nur skizziert wurde, muss nun zum Leben erweckt werden. Das ist die Aufgabe von Florian – und dafür ist er bestens gerüstet. Vor seinem Wechsel zu start betreute er im DB-Werk Wittenberge Redesign-Programme und Fahrzeugumbauten, saß also gewissermaßen auf der anderen Seite des Schreibtischs. „Aber die Themen sind natürlich dieselben.“ Gelernt hat Florian die Schienenfahrzeugtechnik von der Pike auf. Im Werk Wittenberge hatte er bereits eine Ausbildung zum Mechatroniker absolviert, bevor er dort nach einem dualen Studium Ingenieur wurde.

Beim Beschaffungsprojekt für den Maas-Wupper-Express ist Florian vor allem eins: die Schnittstelle zu vielen Beteiligten. Das ist zum einen der VRR: start beschafft die vierteiligen Elektrotriebzüge zwar und wird sie nutzen, aber gehören werden sie dem VRR. Da sind zum anderen der Einkauf der DB und die DB Systemtechnik: Im Auftrag von start trägt der Einkauf der DB an zentraler Stelle zur Abwicklung bei. DB Systemtechnik ist im Auftrag des VRR tätig und hat das technische Controlling übernommen. Und last not least muss der Hersteller Stadler Rail das Gewünschte umsetzen und dazu wissen, wie die Züge im Detail aussehen sollen. 983 Einzelpositionen und 48 Designunterlagen umfasst allein der Anforderungskatalog für die Innenausstattung und die Informations- und Kommunikationstechnik. Jede Komponente ist darin genau beschrieben, alle Materialien sind genau festgelegt.

Einiges war schnell abgehakt, etwa der designprägende und start typische Farbton RAL 120 70 75, anderes entwickelte sich im Prozess, manches erforderte intensive Bemusterungen (fünf waren es allein für die Fahrgastsitze). Das ist ein Aufwand, der sich schon allein deshalb lohnt, weil die Sitze für ein positives Reiserlebnis besonders wichtig sind. Aber nicht nur bei den Sitzen wird der Flirt 3 XL für den Maas-Wupper-Express ein hohes Komfortniveau bieten. Da die Züge auch IC-Verbindungen ersetzen sollen, bekommen sie eine deutlich bessere Ausstattung als im Regionalverkehr üblich. So wird es an jedem Zugende ein 1. Klasse-Bereich mit verstellbaren Ledersitzen geben, ebenso zwei Toiletten pro Zug, und natürlich überall Steckdosen und USB-Ladebuchsen. Zum hohen Komfortstandard gehören darüber hinaus die tageslichtabhängige Beleuchtung, Leselampen an allen Plätzen sowie Klapptische in der 2. und Flügeltische in der 1. Klasse.

Technisch sind die neuen Züge ebenfalls anspruchsvoll. Das betrifft zum Beispiel die Mehrsystem-Ausstattung für den grenzüberschreitenden Verkehr sowie Modifikationen an den Transformatoren, um deren Zuverlässigkeit zu erhöhen. Neu ist auch ein Zählsystem der Fahrgäste, dass die technischen Voraussetzungen dafür schafft, durch Anzeigen am Bahnsteig sowie in den Medien der Reisendeninformation die Auslastung der Züge und die Verteilung der Reisenden im Zug zu steuern. Außerdem können vom Führerstand aus über Monitore die Fahrgasträume eingesehen werden ­– ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit der Reisenden.  

Noch ist das aber alles nicht so weit. Zunächst gehen die vier Rohbau-Wagenkästen von Ungarn ins Stadler-Werk nach Berlin-Pankow, damit aus ihnen der erste Vorserienzug wird. Im Herbst soll er auf der Schiene stehen, um auf Herz und Nieren getestet zu werden. Drei weitere Vorserienzüge werden 2024 folgen. Die Serienfertigung der verbleibenden 16 Züge soll im vierten Quartal 2025 anlaufen. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026, dem Betriebsbeginn für den Maas-Wupper-Express, bleibt dann noch mehr als ein Jahr. Ein realistischer Zeitplan, nicht auf Kante genäht und mit genügend Luft auch für die Schulung des Bord- und Werkstattpersonals. Eins ist sicher: Damit die Züge nicht wie geplant zur Verfügung stehen, müssten schon völlig unvorhersehbare Dinge geschehen.

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Die Signale stehen auf Neustart

Ein weiterer großer Schritt in Richtung Betreiberwechsel ist getan.

start hat heute den entsprechenden Verkehrsvertrag in Magdeburg unterschrieben.

Mit Sachsen-Anhalts Ministerin für Infrastruktur und Digitales, Dr. Lydia Hüskens, Peter Panitz, Geschäftsführer NASA GmbH, Ralf Sygusch, Verbandsdirektor vom Regionalverband Großraum Braunschweig, Markus Brämer aus dem Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL) sowie Dirk Bartels und Alexander Falkenmeier, Geschäftsführer von start, waren alle beteiligten Akteure vor Ort.

Zur gemeinsamen Pressemitteilung mit der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH geht es hier entlang…

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Menschen bei start – Johann

„Gutes Arbeitsklima, glücklicher Vater“ – Experte Fahrzeugmanagement bei start

Johann ist Experte für Fahrzeugmanagement und Vater und beides mit großem Engagement.

Und, die Kleinen in die Kita bzw. Schule gebracht?

Direkt heute Morgen und ich genieße das sehr. Auch dass ich sie nachmittags holen kann, bereichert unser Verhältnis enorm. Bei den Arbeitswegen und der gegebenen Büropflicht in meinen vorherigen Jobs war ich oft der abwesende Papa und das mag ich einfach nicht sein. Ich habe mich bewusst für Kinder entschieden und finde es sehr schade, dass Care-Arbeit noch immer zu wenig wertgeschätzt wird und Strukturen es erschweren, die eigene Leistung in dem Bereich zu erbringen. Umso mehr freue ich mich, dass ich bei start meine Arbeitszeit so flexibel wie möglich einteilen kann und eben keine Büropflicht besteht.

Ganz konkret zu dir – Wie bist du zu start gekommen und was ist deine Aufgabe?

Mein Werdegang war nicht geradlinig zur Bahn hin, ich bin als Bürokaufmann in das Berufsleben eingestiegen und habe mich über das Fachabitur zum Studium des Maschinenbaus weiterentwickelt. Danach bin ich als Konstrukteur, als Werkstattleiter und schließlich bei der Bahn in der Fahrzeuginstandhaltung tätig gewesen. Dort hatte ich einen guten Vorgesetzten, der dann sozusagen den Vorstieg zu start gemacht hat und seit meinem eigenen Einstieg bei start im Oktober 2022 mein Kollege ist. Mit Florian bilde ich nun die Community Fahrzeugmanagement, zusammen mit 4 weiteren Kollegen – und bereits der Anfang war klimatisch einwandfrei.

Wie meinst du das?

Ich wurde direkt gut aufgenommen und nicht einfach ins kalte Wasser geworfen. start ist anders, was die Unternehmensstruktur betrifft, und für Ausschreibungen werde ich künftig als Teilprojektleiter der Leistungsbeschreibung entsprechend die prognostizierten Fahrzeugkosten kalkulieren (von der Beschaffung oder Übernahme, über die Instandhaltung, Reinigung, Energie, bis hin zur Betrachtung der Bewachung, etc.) Die nötige Einarbeitung in die Aufgaben und das Unternehmen läuft reibungslos. Mein Kollege Simon, der das Teilprojekt Fahrzeuge für eine Ausschreibung aktuell leitet, lässt mich mitlaufen und versorgt mich mit allem nötigen Wissen. Zudem erfahre und erlebe ich alles, was die STARTokratie ausmacht. Es gibt außer den drei Geschäftsführern keine Hierarchien und es obliegt jedem selbst, seine Arbeit zu organisieren – natürlich im Zusammenspiel mit den Kollegen und Kolleginnen der eigenen Community sowie mit den anderen Communities. Dafür wurden spezielle Rollen definiert, die bei der Organisation behilflich sind.

Wie sieht das konkret aus?

Die Rollen sind Teamsprecher:in, -koordinator:in und Steuermann bzw. -frau. An den Rollen hängen verschiedene Verantwortungen, und sie rotieren (meist einjährig) über die Kolleg:innen hinweg. Das bedeutet einen gewissen Mehraufwand, aber auch mehr Miteinander, weil die Rollen Struktur und Prozesse geben und konkrete Verbindlichkeiten generieren.

Du warst vorher hierarchisch organisiert, fiel die Umstellung schwer?

Im Gegenteil, es scheint sich prinzipiell auch grundlegend positiv auf das Klima zwischen den Kolleg:innen auszuwirken und ich kann gut damit umgehen und vor allem meine Projekte eigens kompetent ausgestalten. Auch meine Rolle, wenn ich einst eine übernehme, werde ich gut ausfüllen können bzw. lerne dafür im Fall gerne noch dazu. Seitens Personal werden dafür Schulungen angeboten, um einzelne Fähigkeiten auszubauen. Überhaupt ist der Ansatz, über den Tellerrand hinaus blicken zu können und zu dürfen sehr angenehm. Und eines der interessantesten Bedingungen ist, dass wir wegen der fehlenden Hierarchien bei Bedarf einen direkten Draht zu unserer Geschäftsführung haben und keinen Ablauf einhalten müssen, mit entsprechenden Versickerungen oder Stille-Post-Effekten. 

Was sind deine aktuellen Projekte?

Aktuell bin ich als Mitwirkender in zwei Ausschreibungen beteiligt und bereite mich auf meine eigene Teilprojektleitung in einer der nächsten vor. Zudem unterstütze ich die Kollegen meiner Community, wo es Bedarf gibt – und den gibt es nicht zu knapp. Ich bin froh, weiter bei der Bahn, aber eben bei start, arbeiten zu können, sowie dass ich mit meinem alten Chef als neuen Kollegen und meinen anderen Kollegen eine so angenehme wie kompetente Community bilde. Und jetzt mach ich kurz Pause, vor dem nächsten Termin, und hole meine Kids ab. Die freuen sich schon – und ich auch.