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„Öfter mal was Herauforderndes“ – Leiter Start Mitteldeutschland

„Öfter mal was Herauforderndes“

Markus ist Bahner und das seit 32 Jahren und seit 1. März bei Start Mitteldeutschland am Start.

Du hattest lange bei der DB deinen Platz…

Und keinen schlechten und sogar viele verschiedene. Angefangen habe ich im Führerstand, 1992 über die Laufbahnausbildung zum Lokführer. Nach meiner Berufsausbildung gab ein Bahnhofsfest, bei dem neue Interregio-Züge vorgestellt wurden, den Anstoß und so bin ich bei der Bundesbahn gelandet. Als sich 1998 die DB in ihre Sparten aufteilte, wanderte ich ab, in die Betriebsplanung bei der DB Regio und war in unterschiedlichen Planungsbüros als Koordinator tätig. 2005 kam ich dann zu den Regio-Netzen, zum Thema Infrastruktur/Verkehr…

Und auch da hast du dich bereits um ein einzelnes Netz gekümmert

Korrekt. Um das Regio-Netz Westfrankenbahn. Hier habe ich den gesamten Aufbau aus einer Hand mit vorangetrieben und das sehr erfolgreich einige Jahre lang mit großer Tatkraft und Freude.

Doch dann bist du spontan gealtert

So kann man das auch ausdrücken. Aber zum Glück nicht ich, nur die Bahnen waren alt, bzw. historisch. Das war noch immer bei den Regio-Netzen, thematisch im Charterverkehr, als Leiter für den Bereich “Nostalgiereisen/ TEE Rheingold“. Mein Werdegang war nie langweilig und meine neuen Optionen immer spannend. Hand in Hand mit meinem Vorgesetzen zog ich meine Bahnen, um im Bild zu bleiben.

Und wie kamst du dann von den Bahnen der DB zum Netz von start?

Auch wieder per Gelegenheit. Da start eine 100%ige Tochter der DB Regio ist, besteht ein reger Austausch beider Unternehmen und so habe ich im Rahmen eines Projektes zwischen einer Leitstelle von DB Regio und Start Taunus einen eigenen Einblick in das Unternehmen start nehmen können. Und was ich gesehen habe, hat mir gut gefallen – die Mentalität und Philosophie und vor allem der Gestaltungsspielraum. Der hat mir bei meinen vorherigen Stationen manches Mal doch ein wenig gefehlt, aber der Drang danach entspricht eben einfach sehr meinem Charakter – wie ich am lebenden Objekt dann konkret bemerkte.

Wie meinst du das?

Ich mag Bewegung, Entwicklung und auch Unbekanntes, habe ein gutes Gespür für Fehlerpotenziale, Politik, Zusammenhänge im Kleinen und im Großen.  Und eben dann auch den Wunsch, da ganz direkt wirksam zu werden, selbst entscheiden und agieren zu können – mit aller verbundener Verantwortung, versteht sich. Und als ich dann die Stelle als Leiter Start Mitteldeutschland angeboten bekam, habe ich zugegriffen. Hier kann – und muss – ich vollumfänglich und -verantwortlich Hand anlegen und Strukturen aufbauen, Weichen stellen und auf Änderungen effektiv reagieren. Was mich bei start direkt begeistert hat und anhaltend guter Dinge sein lässt, ist das unglaublich gute und hochmotivierte Team. Alle versuchen stets das Beste, leisten durchgängig gute Arbeit, wirken zusammen für unser Ergebnis, entlang der klaren Erwartungen – und das alles immer transparent. Ich bin froh und stolz, so tolle Kolleg:innen im Netz Mitteldeutschland zu haben. Gemeinsam kriegen wir das gewuppt, da bin ich mir sicher. Die Abstimmung mit und Unterstützung seitens der Zentrale in Frankfurt ist ebenfalls ungebrochen und beeindruckt mich. Wir haben definierte Projektabstimmungen, das übergreifende Inbetriebnahme-Projektmanagement läuft lean und sehr professionell und die Zusammenarbeit der Personalen aus dem Netz mit den entsprechenden Communities in der Zentrale ebenso.  

 Gibt’s noch einen kleinen Einblick in das aktuelle Geschehen bei Start Mitteldeutschland?  

Nach meinen nunmehr drei aktiven Wochen habe ich auf jeden Fall schon einen guten Überblick gewonnen. Aktuell befinden wir uns vor allem in den Abstimmungen mit dem Aufgabenträger NASA sowie den Verkehrsverbünden und dem Altbetreiber, um zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2024 alles gut auf die Schiene zu bekommen. Intern bereiten wir mit allen Kräften die Betriebsaufnahme sowie den Personalübergang bzw. die Quereinstiegsausbildungen voran. Die noch freien Stellen im Overhead besetzen wir nach und nach und das mit ausgewiesenen Fachkräften. Dass wir nun doch eine eigene Leitstelle aufbauen, war initial nicht angedacht und ist natürlich eine weitere Herausforderung. Aber, wie ich schon sagte, mag ich die Beackerung brachen Bodens bzw. habe mit nötigem Umpflügen keine Berührungsängste und so wird auch das gut gelingen. Auch hier sind wir schon in konkreten Einstellungen begriffen. Und genau dem Thema muss ich mich nun auch weiter widmen…